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Frank Brents

Aus Zauber-Pedia
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Foto: Wittus Witt
Plakat gestaltet von W. Witt

Frank Brents (* 9. September 1925 in Louisville, Kentucky; † 8. September 2010) war ein US-amerikanischer Zauberkünstler. Er trat international als Bühnen-, Close-up- und Mentalzauberkünstler auf und wurde insbesondere durch seine Darbietungen mit Tauben und Enten bekannt. Er verwendete zeitweise die Bezeichnung „America’s Black Magician“. Seine berufliche Laufbahn als Zauberkünstler erstreckte sich über mehr als fünf Jahrzehnte.

Kindheit und Anfänge

Brents wuchs in Louisville, Kentucky, auf. Sein Interesse an der Zauberkunst wurde durch einen Auftritt des afroamerikanischen Zauberkünstlers Fetaque Sanders an seiner Schule geweckt. Anschließend beschäftigte er sich mit Büchern über Zauberkunst und begann, Kunststücke einzuüben. Da ihm zunächst die finanziellen Mittel zum Kauf von Zauberrequisiten fehlten, fertigte er einige Hilfsmittel selbst an.

Bereits im Alter von elf Jahren trat Brents an Schulen in und um Louisville auf. Eine spätere biografische Darstellung berichtet, dass er im Alter von 16 Jahren erstmals weitere Zauberkünstler wie Harry Blackstone, John Calvert und Dante kennenlernte beziehungsweise deren Arbeit entdeckte.

Neben der Zauberkunst beschäftigte sich Brents intensiv mit Musik und schrieb eigene Songs. 1958 produzierte er in New York eine musikalische Fassung von The Egg and I. Zur Besetzung gehörten unter anderem Isabel Sanford, Godfrey Cambridge und Diana Sands.

Fernsehen

Im Jahr 1947 erhielt Brents von einem lokalen Fernsehsender in Louisville die Gelegenheit, seine Zauberdarbietung im Studio zu zeigen. Daraus entstand eine täglich ausgestrahlte, jeweils 15 Minuten dauernde Sendung. Mehrere Quellen bezeichnen diesen Auftritt als den ersten Fernsehauftritt eines afroamerikanischen Zauberkünstlers in den Vereinigten Staaten.

Eine Quelle aus dem Jahr 1984 bezeichnet Brents darüber hinaus als den ersten schwarzen Zauberkünstler mit einer eigenen Fernsehserie und erwähnt neben der Kindersendung in Louisville eine weitere Fernsehserie in Venezuela.

Im Verlauf seiner Karriere hatte Brents zahlreiche weitere Fernsehauftritte. In den USA trat er mehrfach in den Kindersendungen Bozo the Clown und Captain Kangaroo auf. Eine ausführlichere biografische Quelle nennt sechs Auftritte bei Bozo the Clown und fünfzehn bei Captain Kangaroo. Außerdem trat er in The Jerry Lewis Show auf.

Auch wa er Gast in der Ed Sullivan Show.

International sind unter anderem Auftritte in der David Nixon Show in Großbritannien und in El Show de Rene in Caracas dokumentiert. Darüber hinaus werden Fernsehauftritte in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Japan und Bermuda genannt.

Militärzeit

1950 wurde Brents zur US Army eingezogen. Dort wurde er den Special Services zugeteilt, die der Unterhaltung amerikanischer Soldaten dienten. Dadurch konnte er auch während seiner Militärzeit als Zauberkünstler auftreten.

1951 trat er für amerikanische Soldaten in Deutschland auf. Dort begegnete er dem Kartenkünstler Paul LePaul. Eine biografische Quelle bezeichnet LePaul als den ersten anderen Zauberkünstler, den Brents persönlich kennenlernte.

Seine Militärzeit endete 1953.

New York und der Weg zum Berufskünstler

Nach seiner Entlassung aus der Armee zog Brents 1953 nach New York City und nahm eine Beschäftigung beim United States Postal Service auf. Parallel dazu trat er an Wochenenden in Nachtclubs auf. Mit zunehmender Zahl seiner Engagements gab er schließlich seine Tätigkeit bei der Post auf und arbeitete hauptberuflich als Zauberkünstler.

In New York fand Brents unter anderem Beschäftigung in Varieté- und Nachtclubs für ein lateinamerikanisches Publikum. Während der Sommermonate trat er außerdem in Ferienhotels in den Catskill Mountains auf.

Eine Quelle von 1984 nennt darüber hinaus Engagements im Palace Theatre und in der Carnegie Hall sowie drei Tourneen für das Job Corps.

Entwicklung seiner Bühnendarbietung

Brents arbeitete zunächst vorwiegend mit klassischen Manipulationen. Zu seinem Repertoire gehörten Münzen, Karten, Becherspiel, Zigaretten und Billardkugeln. Später entwickelte er seine Bühnendarbietung stärker in Richtung einer musikalisch begleiteten, komödiantischen Präsentation.

Ein wesentlicher Bestandteil seiner Bühnenarbeit waren Tierproduktionen. Seine zunächst mit Tauben präsentierte Darbietung wurde unter der Bezeichnung „Frank Brents & His Technicolor Doves“ angekündigt. Ein erhaltenes Foto zeigt Brents zusammen mit einer Assistentin und mehreren Tauben.

Später setzte er zunehmend Enten ein. Eine seiner bekanntesten Nummern wurde als „Duck Act“ bezeichnet. Dabei produzierte er unter anderem lebende Enten aus einem Seidentuch. Eine trainierte Ente wurde nach Vorstellungen auch dem Publikum präsentiert.

Eine seiner Enten trug den Namen Geronimo und begleitete ihn über Jahre auf seinen Reisen.

Neben seinen Tiernummern beschäftigte sich Brents mit Kartenkunst, Close-up-Zauberkunst, Comedy und Mentalzauberkunst. Bei längeren Engagements und auf Kreuzfahrtschiffen ergänzte er seine überwiegend musikalisch präsentierte Bühnendarbietung durch gesprochene und komödiantische Kunststücke mit Zuschauern.

IBM-SAM-Veranstaltung 1970

Bei der gemeinsamen Jahresveranstaltung der International Brotherhood of Magicians (IBM) und der Society of American Magicians (SAM) in New York trat Brents 1970 mit seiner Bühnendarbietung auf. Als Schlussnummer produzierte er eine große Ente. Der Auftritt wird sowohl in The Linking Ring als auch in Conjure Times dokumentiert.

Internationale Karriere

Brents verbrachte einen erheblichen Teil seiner beruflichen Laufbahn außerhalb der Vereinigten Staaten. 1965 schloss er sich der Albert Travel Agency in Paris an, die Engagements für Unterhaltungskünstler vermittelte. In den folgenden etwa 15 Jahren unternahm er regelmäßig Tourneen durch Europa, Asien, Lateinamerika und Afrika.

Seine Karriere führte ihn schließlich in mehr als 40 Länder. Neben Theatern und Nachtclubs arbeitete er auf Kreuzfahrtschiffen.

1978 berichtete Genii über seine vorausgegangenen Engagements. Danach war Brents unter anderem im Friedrichstadt-Palast in Ost-Berlin, in Prag, im Moulin Rouge in Amsterdam und im Caprice Club in Torremolinos aufgetreten. Das Jahr 1977 beendete er mit einem sechsmonatigen Engagement im Crazy Horse Club in Barcelona. Zu diesem Zeitpunkt gab Brents an, bereits in 31 Ländern aufgetreten zu sein.

Auftritte vor prominenten Persönlichkeiten

Mehrere Quellen nennen Vorstellungen von Brents für Mitglieder der Familie Kennedy. Während der Präsidentschaft von John F. Kennedy, also zwischen 1961 und 1963, trat Brents bei zwei Gartenfesten der Familie auf.

Weitere Quellen nennen einen Auftritt für die Familie von Dwight D. Eisenhower.

Dokumentiert werden außerdem Vorstellungen vor beziehungsweise für Prinz Rainier III. und Fürstin Gracia Patricia von Monaco, König Juan Carlos von Spanien sowie Mitglieder der Familie Rockefeller.

Südafrika

Zu Brents’ internationalen Engagements gehörten auch längere Aufenthalte in Südafrika. Jamy Ian Swiss berichtet in seinem Nachruf, dass ein dortiges Engagement mehrfach verlängert wurde und Brents schließlich mehrere Monate im Land auftrat. Während dieses Aufenthalts stand er auch mit örtlichen Zauberkünstlern in Kontakt. Einem jungen Zauberkünstler erteilte er unentgeltlich Unterricht und vermittelte ihm schließlich seine vollständige Darbietung.

Monday Night Magic

In New York, wo er lebte, produzierte er zusammen mit vier Kollegen die Off-Broad­way Show „Monday Night Magic“, in der er bis zuletzt immer wieder selbst auftrat. Die Reihe wurde im Juni 1997 von Michael Chaut ins Leben gerufen. Zu den weiteren Produzenten gehörten Jamy Ian Swiss, Todd Robbins und Peter Samelson.Diese Produktion ist die am längsten laufende Magic Off-Broadway Show in New York.[1]

Brents war dort zugleich regelmäßig als Künstler tätig. Im Sullivan Street Playhouse trat er sowohl auf der Bühne als auch während der Pause mit Close-up-Zauberkunst auf.

Nach dem Umzug von Monday Night Magic in das McGinn/Cazale Theatre trat Brents am 21. Januar 2002 gemeinsam mit den anderen Produzenten in der ersten Vorstellung am neuen Spielort auf. Zusammen mit Michael Chaut zeigte er das Kunststück „Six Card Repeat“. Außerdem präsentierte er eine Kartenroutine, bei der vier Zuschauer Karten auswählten, nachdem sie zuvor Kartenpäckchen gemischt hatten. Während der Pause zeigte er Karten- und Münzkunststücke unmittelbar unter den Zuschauern.

Auch nachdem ihm seine frühere Manipulationsdarbietung körperlich zu anstrengend geworden war, trat Brents weiterhin bei Monday Night Magic auf der Bühne und im Close-up-Bereich auf.

Im Jahr 2002 gehörte Brents zu den Mitwirkenden der in Philadelphia veranstalteten Produktion The Heart and Soul of Magic. Die Veranstaltung wurde vom dortigen Kapitel von Concerned Black Men, Inc. unterstützt und von Randy Shine initiiert. Brents trat innerhalb des Programms sowohl mit Kartenkunststücken als auch mit seiner Entennummer auf. Beide Vorstellungen – Nachmittags- und Abendvorstellung – waren ausverkauft.

Tätigkeit als Mentor

In seinen späteren Jahren unterstützte Brents jüngere Zauberkünstler, insbesondere im Raum New York. Zu ihnen gehörte Michael Chaut, der Brents 1980 kennenlernte und ihn später als seinen Mentor bezeichnete.

Auch Lance Burton, der wie Brents aus Louisville stammte, kannte dessen Arbeit bereits in jungen Jahren. Burton bezeichnete Brents später als den ersten professionellen Zauberkünstler, den er gekannt habe. Bei einem späteren Besuch von Brents in Burtons Show in Las Vegas stellte Burton ihn während der Vorstellung dem Publikum vor.

Bis in seine letzten Lebensjahre beschäftigte sich Brents weiterhin mit neuen Büchern und Kunststücken. Er trat in New York auf der Bühne, im Close-up-Bereich und als Tischzauberkünstler in Restaurants auf und unterrichtete außerdem Zauberkunst in Sommercamps.

Tod

Nach dem ausführlichen Nachruf von Jamy Ian Swiss erlitt Brents während einer Koloskopie, die zur Untersuchung einer Darmerkrankung durchgeführt wurde, mehrere Herzinfarkte, an deren Folgen er starb.

Trivia

In den 1970er Jahren spielte Frank Brents in Deutschland und freundete sich hier mit den Zauberern Roy Gardner und Wittus Witt an. 1977 trat er im Weindorf Varieté Düsseldorf auf.

Während des Gastspiels von Brents in Düsseldorf gestaltet Witt für ihn ein Plakat.

Frank Brents wurde 85 Jahre alt.

Quellen

  • Porträt in: M-U-M, 107. Jahrgang, Heft 2, Juli 2017, Seite
  • Titelstory in: Magic Manuscript, März/April 1985

Nachweise

  1. Magische Welt, Heft 5, 2010