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Jerry Sadowitz
Jerry Sadowitz (* 4. November 1961 in New Jersey, USA) ist ein schottischer Stand-up-Comedian und Kartenzauberkünster. Er ist bekannt für seine radikale, provokante Bühnenpersona ebenso wie für seine innovativen und technisch anspruchsvollen Beiträge zur modernen Kartenzauberei. Sadowitz gilt als eine der markantesten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten an der Schnittstelle von Comedy und Zauberkunst.
Leben
Nach der Scheidung seiner Eltern zog er in jungen Jahren nach Glasgow in Schottland. Im Alter von elf Jahren begann er sich intensiv mit Kartenzauberei zu beschäftigen. Prägend für seine Entwicklung waren der britische Close-up-Zauberer Gordon Bruce sowie dessen Lehrer Roy Walton, von denen Sadowitz grundlegende technische, theoretische und ethische Prinzipien der Zauberkunst erlernte
Tätigkeit als Zauberkünstler
Innerhalb der Zauberkunst ist Sadowitz vor allem als innovativer Kartenzauberer bekannt. Sein Stil zeichnet sich durch unkonventionelle methodische Lösungen, hohe technische Anforderungen und eine konsequente Orientierung am Prinzip der „verdeckten Kunstfertigkeit“ („art consists in concealing art“) aus. Er entwickelte zahlreiche eigenständige Kunststücke und Griffe, die sich bewusst von etablierten Lehrtraditionen absetzen.
1982 veröffentlichte er gemeinsam mit Peter W. Duffie das Buch Alternative Card Magic, das als einflussreiches Werk der modernen Kartenzauberei gilt. Eine deutsche Übersetzung erschien 1985 unter dem Titel Zeitgemäße & alternative Kartenzauberei im Zauberzentrale-Verlag München. Weitere Veröffentlichungen folgten, unter anderem bei Martin Breese, der Sadowitz’ Arbeiten international publizierte.
Tätigkeit als Comedian
Parallel zu seiner Arbeit als Zauberkünstler machte sich Sadowitz als Stand-up-Comedian einen Namen. Seine Auftritte sind geprägt von aggressiver Publikumsansprache, bewusster Tabuverletzung und einer extrem polarisierenden Sprache. Sein Humor wird häufig als „alternative Komik“ bezeichnet und führt regelmäßig zu kontroversen Reaktionen.
Anfang der 1990er Jahre sorgte er mit der BBC-Fernsehserie The Pall Bearer’s Revue für heftige Diskussionen innerhalb der britischen Zauber- und Comedy-Szene. Kritisiert wurden weniger seine gezeigten kartentechnischen Fähigkeiten als vielmehr die expliziten und respektlosen Inhalte der Sendung, die über Wochen hinweg Debatten in der Fachzeitschrift Abracadabra auslösten.
Auch im 21. Jahrhundert blieb Sadowitz Gegenstand öffentlicher Kontroversen. 2022 wurde sein Auftritt beim Edinburgh Fringe Festival nach Beschwerden über als diskriminierend empfundene Inhalte vom Veranstalter abgesagt. Diese Entscheidung führte zu einer breiten Diskussion über Kunstfreiheit, Cancel Culture und die Grenzen der Comedy, dokumentiert unter anderem in der Zeitschrift The Magic Circular .
Rezeption
In der Zauberkunst genießt Sadowitz hohes Ansehen als technisch versierter Kartenkünstler, Theoretiker und Erneuerer. Roy Walton bescheinigte ihm bereits früh außergewöhnliche Kreativität, Konsequenz und künstlerische Integrität .
Als Comedian ist seine Rezeption stark gespalten. Während Befürworter ihn als kompromisslosen Verteidiger radikaler künstlerischer Freiheit sehen, kritisieren Gegner seine Auftritte als bewusst verletzend und gesellschaftlich problematisch. Unabhängig von dieser Bewertung gilt Sadowitz als singuläre Figur, die sich gängigen Erwartungshaltungen konsequent entzieht.
Jerry Sadowitz ist 64 Jahre alt.
Veröffentlichungen
- Thanks to Zarrow, 1997
- Card Hits, 1984
- Cards on the Table, 1988
- Out of Sight,1993
- Alternative Card Magic, 1982, mit Peter W. Duffie
- Contemporary Card Magic 1984, mit Peter W. Duffie
- Cut Controls, 2004
Weblinks
Quellen
- Genii, Juni 1991, Seite 532
- Magic, 1. Jahrgang, Nr. 8, April 1992, Seite 10
- Opus, 3. Jahrgang, Heft 8, Februar 1991, Seite 6
- Epoptica, Nr. 10, Oktober 1987, Seite 499
- Magic Circular, 116. Jahrgang, Heft Nr. 1275, Seite 412 ff.