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Joe Nataro

Aus Zauber-Pedia
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Joe Nataro (* 1963) ist ein US-amerikanischer Zauberkünstler, Zauberkunsthistoriker und Sammler, der vor allem für seine Forschungen zum Leben und Wirken von Harry Houdini bekannt ist.

Leben und Wirken

Nataros Interesse an der Zauberkunst und an Harry Houdini begann im Jahr 1975, als er zwölf Jahre alt war. Auslöser war unter anderem der Spielfilm Houdini mit Tony Curtis, dessen Darstellung des ehrgeizigen, charismatischen und zugleich widersprüchlichen Zauberkünstlers einen nachhaltigen Eindruck bei ihm hinterließ. Bereits zuvor hatte Nataro einen Zauberkasten erhalten, doch erst der Film führte dazu, dass sich seine Begeisterung dauerhaft festigte. In der Folgezeit widmete er nahezu alle schulischen Buchreferate und Projekte dem Thema Houdini.

Nach dem Ende seiner Schulzeit wandte sich Nataro zwar anderen Lebensbereichen zu, blieb der Zauberkunst und der Houdini-Forschung jedoch eng verbunden. Er unterrichtete zeitweise Zauberkurse, hielt Vorträge und Präsentationen über Houdini auf Kongressen und begann, systematisch Houdini-Memorabilia zu sammeln. Auch private Reisen, etwa mit seiner Familie nach Appleton (Wisconsin), wo sich das Geburtshaus Houdinis befindet, standen im Zeichen dieser anhaltenden Leidenschaft.

Im Jahr 2011 gründete Joe Nataro die Website „Houdini Circumstantial Evidence“, die sich ausschließlich an ein fachkundiges Publikum innerhalb der internationalen Houdini-Forschung richtet. Der Titel verweist bewusst auf den Alternativtitel von Houdinis Stummfilm The Grim Game. Mit diesem Projekt schuf sich Nataro eine Plattform, um intensiv archivalisch zu arbeiten und offene Fragen aus Houdinis Biografie systematisch zu untersuchen.

Einen besonderen Durchbruch erzielte Nataro mit seinen Untersuchungen zur sogenannten Mirror-Cuffs-Herausforderung, einem der bekanntesten und zugleich rätselhaftesten Entfesselungsstunts Houdinis. Ihm gelang es, die Identität des lange namenlosen Daily-Mirror-Reporters zu klären, der Houdini herausgefordert hatte. Durch die Auswertung internationaler Zeitungen stieß Nataro auf einen Artikel aus dem Sydney Evening News vom April 1910, in dem Will A. Bennet selbst schilderte, wie er Houdini als Reporter des Daily Mirror beinahe besiegt hätte. Damit konnte erstmals eindeutig belegt werden, wer hinter dieser historischen Figur stand.

Diese Entdeckung gilt innerhalb der Houdini-Forschung als Meilenstein und steht exemplarisch für Nataros akribische Arbeitsweise. Seine Forschungen zeigen, wie durch internationale Quellenvergleiche, Bildanalysen und Archivarbeit selbst scheinbar nebensächliche Details der Zauberkunstgeschichte präzise rekonstruiert werden können. Einordnung

Quellen

  • Joe Posnanski: The life and afterlife of Harry Houdini, 2019, Seite 157
  • M-U-M, 71. Jahrgang, Februar 1982, Seite 32

Weblinks