Über 34 Millionen Aufrufe seit März 2014!

Sie vermissen eine spezielle Biografie oder einen Artikel zu einem besonderen Thema? Dann helfen Sie bitte und schicken Sie uns eine E-Mail.

Walter Blaney

Aus Zauber-Pedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Walter Blaney, Foto: Erlaubnis vom Autor, Archiv Wittus Witt

Walter "Zaney" Blaney (*11. Februar 1928; † 12. November 2020) war ein US-amerikanischer Zauberkünstler und Erfinder.

Leben

Walter Blaney war ein US-amerikanischer Zauberkünstler, Illusionsentwickler und Requisitenbauer, der vor allem unter dem Künstlernamen „Zaney Blaney“ bekannt wurde. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er durch die Entwicklung der Ladder Levitation, einer eigenständigen Schwebeillusion, sowie durch zahlreiche Auftritte im amerikanischen Fernsehen und seine Tätigkeit als Konstrukteur hochwertiger Großillusionen.

Blaneys Interesse an darstellender Kunst begann früh. Bereits im Alter von sechs Jahren beschäftigte er sich mit Marionetten und präsentierte kurze Zeit später eigene Figuren und eine selbstgebaute Bühne. Ein prägendes Erlebnis war der Besuch der Show Show of 1001 Wonders von Harry Blackstone senior in Dallas, die seinen Entschluss festigte, sich der Zauberkunst zu widmen.

Nach einem begonnenen Studium der Chemieingenieurwissenschaften entschied sich Blaney gegen eine industrielle Laufbahn und absolvierte stattdessen ein intensives Schauspielstudium. In dieser Zeit entstand auch sein Künstlername „Zaney Blaney“, der sich aus einer scherzhaften Bezeichnung entwickelte.

Blaney trat zunächst mit abendfüllenden Bühnenprogrammen auf, verlagerte seinen Schwerpunkt jedoch bald auf Bankette, Firmenveranstaltungen und Messen. Über Jahrzehnte absolvierte er mehrere tausend Auftritte im gesamten Gebiet der Vereinigten Staaten. Ein wesentliches Element seines Erfolges war eine stark personalisierte Vermarktungsstrategie, bei der er potenzielle Veranstalter direkt ansprach und vor Ort kurze Darbietungen zeigte.

In den 1960er Jahren entwickelte Blaney eine bewusst texanisch geprägte Bühnenfigur. Dieses Image führte unter anderem dazu, dass er von mehreren Gouverneuren des Bundesstaates Texas – darunter George W. Bush – offiziell als „Texas Ambassador of Goodwill“ eingesetzt wurde.

Die Ladder Levitation

Blaneys bekannteste Schöpfung ist die Ladder Levitation (ursprünglich Anti-Gravity Board), deren Grundidee 1954 entstand. Nach jahrelanger Entwicklung präsentierte er die Illusion 1965 erstmals öffentlich auf einem Kongress der International Brotherhood of Magicians. Die Illusion erregte große Aufmerksamkeit, da sie eine scheinbar frei schwebende Person zwischen zwei Leitern zeigte.

Blaney behielt die Illusion über mehr als zwanzig Jahre exklusiv für sich. Erst 1986 fertigte er eine Version für David Copperfield an, nachdem dieser mehrfach Interesse bekundet hatte. Weitere prominente Präsentationen erfolgten in Fernsehsendungen mit Johnny Carson, Dinah Shore und Garry Moore.

Walter Blaney wurde 92 Jahre alt.

Illusionsbau und technische Entwicklungen

Seit den 1980er Jahren trat Blaney zunehmend auch als Konstrukteur von Großillusionen hervor. Dazu zählen unter anderem:

  • die Blaney Miracle Levitation Hoop,
  • die kostengünstigere Variante Great White Hoop,
  • eine beleuchtete Version des Sword Cabinet unter dem Titel The Great Escape,
  • sowie eine eigene Methode des Zersägens einer Person.

Die Entwicklung der Levitation Hoops war mit erheblichen technischen Schwierigkeiten verbunden und führte zu langjährigen Experimenten mit verschiedenen Materialien und Fertigungsbetrieben, darunter auch Unternehmen aus dem Raumfahrtbereich.

Schutz geistigen Eigentums

Blaney war ein entschiedener Verfechter des Schutzes illusionstechnischer Geheimnisse. Käufer seiner Illusionen müssen vertraglich zusichern, die Methoden nicht offenzulegen oder ohne Genehmigung weiterzuverkaufen. Er war Mitbegründer der World Alliance of Magicians (WAM) und engagierte sich aktiv gegen die öffentliche Enthüllung von Zaubertricks im Fernsehen.

Spätere Jahre

Im fortgeschrittenen Alter zog sich Blaney schrittweise vom regelmäßigen Auftreten zurück. Er blieb jedoch der Zauberkunst verbunden und betonte wiederholt deren kulturelle Verantwortung, Tradition und den Respekt gegenüber Erfindern und früheren Meistern. Eine seiner Töchter, Becky Blaney, ist ebenfalls als Zauberkünstlerin tätig.

Quellen

  • Porträt in: Magic, 17. Jahrgang, Heft 11, Juli 2008, Seite 56 ff
  • Linking Ring, 30. Jahrgang, Heft 1, März 1950, Seite 54