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Fédération Internationale des Sociétés Magiques

Aus Zauber-Lexikon
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Das Vereinssignet

FISMFédération Internationale des Sociétés Magiques ist ein europäischer Dachverband für Zaubervereine, der 1948 gegründet worden ist.

Die Geschichte der FISM im Buch festgehalten von Aldo Ghiurmino

Die Fédération Internationale des Sociétés Magiques (FISM) (deutsch: Internationaler Verband Magischer Gesellschaften) wurde offiziell im Jahre 1948 gegründet und ist heute die wichtigste Institution der Zauberkunst. Sie ist der Dachverband vieler nationaler und internationaler Zauberklubs und Vereinigungen. Im Jahre 2015 gehörten ihr ca. 60.000 Zauberkünstler aus 50 Ländern mit insgesamt 131 Vereinen an.[1]

Seit 1955 werden alle drei Jahre die FISM-Weltkongresse veranstaltet.

Auch wenn es diesen Dachverband nun bereits seit über 60 Jahren gibt, so wird dessen Bedeutung in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert. Die FISM ist letztendlich der breiten Masse gänzlich unbekannt und im Prinzip hat sich durch FISM künstlerisch in der Zauberkunst kaum etwas verändert. Nach wie vor treten bei jedem FISM-Kongress bis zu 100 Wettbewerbsteilnehmer an und müssen sich einem engen Zeitkorsett stellen. Hier beginnt bereits die Diskussion, wie weit sich eine künstlerische Darbietung in 12 Minuten pressen lässt.

Auch wurde häufig bei jedem FISM-Kongress die Vorauswahl diskutiert. Trotz vorhandener Regeln war es immer wieder Darbietungen möglich, sich den Wettbewerben zu stellen, obwohl die Qualität äußerst fragwürdig ist. Vereinsklüngel macht eine solche Teilnahme oftmals möglich.

Seit 2012 wird die Vorauswahl straffer gehandhabt, indem man länderspezifische FISM-Kongresse eingeführt hat und nur noch die Künstler beim Internationalen FISM-Kongress zulässt, die sich auf einem der nationalen Kongresse qualifiziert haben.

Die Länder-Kongresse: FISM-Asien, FISM-Europa, FISM-Afrika, FISM Nordamerika und FISM-Südamerika.

Inhaltsverzeichnis

Weiterführende Links

Chronologie

Die ersten Jahre: 1947 bis 1952

1947

In der Geschichte der „Federation Inter­na­tio­nale de Sociétés Magique“ gilt bei vielen das Treffen von internationalen Zauberkünstlern in Paris vom 22. bis 25. September 1947 als der erster FISM-Kongreß. Streng genommen existierte jedoch der Dach­verband zu dieser Zeit noch nicht. Aber viele Zauberkünstler äußerten während dieser Tage den Wunsch, eine Art Weltverband der Zau­berkünstler ins Leben zu rufen. Unter der Leitung von Maurice Sardina trafen sich 482 Delegierte aus Frank­reich, Belgien, Holland, England, Schweiz, USA und andern Ländern. Deutschland war nicht ver­treten. Von den insgesamt 72 Wett­bewerbs­teil­nehmern gewann der Holländer Nic Niberco mit einer Manipulationsdarbietung den großen Preis. Die Jury setzte sich aus folgenden Her­ren zusammen: Henk Vermeyden, Dr. Jules D’Hôtel, Oscar Rey, Louis Tummers und Francis White.

Abgeschlossen wurde dieser Kongreß mit einer festlichen Gala in dem 3500 Personen fassenden Palais de Chaillot, das damals das größte Theater in Paris war. Tatsächlich wurde am Ende des Kongresses der Grundstein zur FISM gelegt. Man bestellte einen Ausschuß, der beauftragt wurde, eine entsprechende Satzung zu erstellen. Sie sollte bei dem nächsten internationalen Kongreß 1948 in der Schweiz vorgelegt werden. [2]

1948
Willane, der erste Grand-Prix-Sieger
Jean Valton

Im schönen Lausanne trafen sich im folgenden Jahr in der ersten Septemberwoche (1. bis 5.) 300 Zauberer aus insgesamt 16 Ländern. Hier wur­de Dr. D’Hôtel zum vor­läufigen Präsidenten der Föderation gewählt und Henk Vermeyden zum General­se­kretär. Die FISM war geboren. Von den rund 50 Wettbewerbs­tei­lnehmern ge­­wann der Engländer William H. Lane den Grand Prix. Lane nannte sich Willane und präsentierte eine humorvolle Darbietung, in der er auf unmöglichen Instrumenten Musik spielte, wäh­rend zauberhafte Dinge um ihn herum geschahen. [3]

Besonderes Aufsehen erregte auch der französische Zauberkünstler Jean Valton mit seinen außergewöhnlichen Kartenmanipulation, mit denen er den 1. Preis gewann.

1949

Der zweite FISM-Kongreß sollte eigentlich 1949 in Brüssel stattfinden, aber er landete schließlich in Amsterdam, der Heimat von Henk Vermeyden. Das 5-Tages­treffen begann am 17. August. Aus 19 Ländern waren 400 Zauberer angereist. Den großen Preis gewann der Däne Viggo Jahn. Helmut Schreiber (Kalanag) schrieb in seiner Kolumne dazu Folgendes: „Der internationale Kongreß in Amsterdam war sehr gut besucht. […] Kritische Stimmen sagen, daß die Organisation aus­ge­zeich­net war, daß aber magisch nicht viel geboten wurde. Ich habe immer wieder das Gefühl, daß die magischen Kongresse nunmehr um ihrer selbst willen abgehalten werden, daß sie aber nicht mehr dem Zweck der Freundschaft der Besucher untereinander und der magischen Kunst an sich dienen ...“ [4]

Tauchten bei den ersten beiden Kongressen noch einige Verständigungsprobleme durch die zahlreichen Fremdsprachen auf, begann Henk Vermeyden in diesem Jahr vier offizielle FISM-Sprachen einzuführen: Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Der deutsche Magische Zirkel war auch in diesem Jahr noch kein Mitglied der FISM.

1950
Fred Kaps; Archiv Kornwinder

Das sollte auch noch ein weiteres Jahr so bleiben. Auf dem 3. FISM Kongreß 1950 in Barcelona, 6. bis 10. September[5], stellte der MZvD zwar einen ent­sprechenden Antrag, der jedoch von den meisten anderen Vereinen abgelehnt und auf das nächste Jahr vertagt wurde. [6]
In Barcelona trafen sich bei tropischen Tem­pe­raturen rund 350 Zauberer aus 15 Ländern. Hier hieß der Grand Prix-Sieger Mystica, der sich bald darauf Fred Kaps nannte.

1951

1951 war wieder Paris der Austragungsort für den 4. FISM-Kongreß (6. bis 10. September)[7]. Zum ersten Mal nahm hier auch eine größere Anzahl ameri­ka­nischer Zauberkünstler teil. Insgesamt zählte man 450 Besucher aus 13 Ländern. [8]Der Grand Prix-Sieger wurde der Engländer Geoffrey Buckingham, der mit seiner bis heute kaum erreichten Ballmanipulationsdarbietung begeisterte. In diesem Jahr wurde der MZvD auch schließlich als Mitglied in der FISM auf­genommen. Die Magie schrieb dazu: „Mit dieser Aufnahme ist der Sperrwall für die deutschen Magier durchbrochen und der Beweis erbracht, daß der MZvD als einzige führende deutsche Fachorganisation international anerkannt wurde und nun wieder Sitz und Stimme gleichberechtigt mit allen anderen Nationen hat.“ [9]

1952

Noch einmal wurde ein weiterer FISM-Kon­gress nach Ablauf eines Jahres ausgetragen. Dies sollte sich danach in einen 3-Jahres­mo­dus ändern. 1952 war abermals die Schweiz Austragungsort des Weltkongresses. Vom 10. bis 14. Sep­tember trafen sich rund 200 Kongreßbesucher in Genf. Sicherlich hat diese geringe Teilnahme an einem Weltkongreß dazu beigetragen, den Austragungsmodus zu ändern. Der Grand Prix-Sieger hieß in diesem Jahr Denis Moroso, ein aus Italien stammender Manipulator.
Auffallend bis zu diesem 5. FISM-Kongreß ist die Tatsache, dass häufig zur selben Zeit der MZvD seine großen Jahreskongresse veranstaltete: 1950 war es der Münchner vom 20.–26. September, 1951 vom 7.–10. September der Oldenburger und Anfang Oktober 1952 der Düsseldorfer Kongress.

Die 2. Epoche: 1955 bis 1967

1955

Vom 31. August bis zum 4. September 1955 lud erneut Amsterdam zum 6. FISM-Kon­greß ein, wieder unter der Leitung von Henk Vermeyden. Das Programm listete 67 Wettbe­werbs­teilnehmer. Den Grand Prix gewann, wie viele wissen, zum zweiten Male Fred Kaps. Was oftmals übersehen wird, ist die Tat­sa­che, das Kaps auch den 1. Preis in Karten­zauberei gewann. Dass die neue 3-Jahre­sregelung sinnvoll war, zeigten die nun rund 800 Kongressbesucher aus 26 Ländern, auf die sich insgesamt 18 Händler verteilen mußten. [10][11]

1958
Tonny van Dommelen

Im August 1958 fand vom 27. bis 31. August der 7. FISM-Kongreß in Wien, Österreich statt. Auffallend war hier unter anderem, dass insgesamt 6 Preise von 17 mög­lichen an Holländer vergeben wurden. Laut der Magie-Ausgabe vom September 1958 nahmen 7 Teilnehmer aus Deutschland an den Wett­be­werben teil, gewannen jedoch nichts. Joe Wildon nennt in seinem Magisches Magazin jedoch nur 3 deut­sche Teilnehmer.[12]
Von den 52 gelisteten Wett­be­werbs­teil­neh­mern gewann der holländische Manipulator Tonny van Dommelen den Grand Prix.

1961

1961 stellte Belgien vom 6. bis 10. September den Austragungsort für den 8. FISM-Kongreß. In Lüttich trafen sich 560 Besucher aus 23 Nationen. Zu den Wett­be­wer­ben hatten sich 111 Zauberer gemeldet.[13] Den Grand-Prix gewann zum dritten Mal Fred Kaps.

1964
Pierre Brahma; Foto: Wittus Witt

Vom 2. bis 6. September 1964 mussten sich beim 9. FISM-Kongreß zum ersten Mal zwei Zauberkünstler den Grand Prix teilen: Mr. Cox und Pierre Brahma. 750 Zau­berer aus 17 Nationen tra­fen sich erneut in Spa­nien, diesmal in Barcelona.

1967

Der 10. FISM-Kongreß wurde vom 5. bis 9. Juli 1967 in Ba­den-Baden ausgetragen. Hier traten sage und schreibe 140 Zauberkünstler in den Wett­be­wer­­ben auf. Mit über 1.000 Kon­gress­be­suchern war es bis zu diesem Zeitpunkt auch der grö­ß­te FISM-Kongreß in der Ge­schichte. Den Grand Prix gewann der Holländer Di Sato. An Zusatz­attrak­tionen wurde eine reizvolle Ausstellung von Zau­ber­appa­ra­ten aus den Sammlungen Peter Schuster, Dr. Müller und Louis Tummers präsentiert.

Programmheft

Die 3. Epoche: 1970 bis 1988

1970
Richard Ross

Auf 1300 Besucher aus 33 Nationen stieg der folgende Kongreß – wieder in Amsterdam – vom 8. bis 12. Juli 1970 an. 92 Wettbewerbsteilnehmer und 23 Händler listet das – im Gegensatz zum groß­zü­gig aufgemachten Baden-Badener Pro­gramm­heft – recht bescheidene Amsterdamer Heft. Den Grand Prix gewann Richard Ross. Die Magie schrieb in einem abschließenden Re­sümee: „Die strapaziösen Tage sind vorbei. Auch sie werden in Erinnerung bleiben, aber ich kann bei aller Objektivität nicht davon schwärmen. Es wurde im Prospekt etwas zu viel »auf die Pauke« gehauen – in Superlativ und Plural – und zuwenig gehalten ...“ [14]

1973

1973 gilt – wie 1967 – als ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der FISM-Kon­gresse. Nicht nur, dass diesmal fast 1.600 Be­sucher (4. bis 8. Juli) nach Paris kamen und 150 Wett­be­werbs­teilnehmer gemeldet waren, nein; der Austragungsort Paris bot eine entscheidende Erweiterung: Am 3. Kongresstag wurden alle Besucher mit Bussen nach Versailles gebracht, um sich dort an einem opulenten Buffet zu ver­gnügen. Dies ist war ein unvergessliches Erlebnis. Von da an sollten ähnliche „ge­sell­­schaft­liche Abende“ zu einer an­ge­nehmen FISM-Sitte werden. Noch ein weiteres Glanz­licht bot dieser Kongreß: Zum ersten Mal in der Geschichte gewann ein Teilnehmer un­mittelbar hintereinander zum zweiten Mal den Grand Prix: Richard Ross.

1976

1976 brachte den 13. Weltkongreß der FISM vom 7. bis 11. Juli. Er wurde in Wien, Österreich ausgetragen und hatte ähnliche Qualitäten wie sein Vorgänger. Die Besucherzahl stieg auf 1.800, die Händ­lerliste wies 34 auf, und an den Wettbewerben beteiligten sich 97 Künstler. Pierre Brahma gewann – nun allein für sich – den Grand Prix.

1979

Der 14. Weltkongress ( 26. Juni bis 1. Juli) in Brüssel war nicht sehr glorreich. Allein das Programmheft sah mehr als bescheiden aus, und die Organisation war dürftig – verantwortlich war der belgische Zauberkünstler und -händler Klingsor. Henk Vermeyden trat als Generalsekretär zurück und wurde Ehrenpräsident der FISM. Neuer Gene­ral­­se­kre­tär wurde Maurice Pierre. Ins­gesamt waren „nur“ 1.300 Besucher gekommen, von denen 110 für die Wett­bewerbe gemeldet wa­ren. Der Gesellschaftsabend endete in einem mittleren Desaster: Zunächst luden zig Busse die Teilnehmer ein, fuhren rund 30 Kilometer außerhalb Brüssels zu einem Veran­staltungs­platz, der ein dürftiges Essen bot zu einer Zau­bershow, die man auf einer niedrigen Bühne kaum verfolgen konnte. Der „Höhepunkt“ des Abends bestand zum Schluß darin, daß für die Rückkehr keine Busse zur Verfügung standen .... Den Grand Prix teilte sich der Holländer Ger Copper mit dem Russischen Künstler Sultangali Shukurov. Im Resümee der Magie stand zu lesen: „ … DM 210,00 Kongreßbeitrag waren neuer Weltrekord.“ [15]

1982
Lance Burton

1982 bot glücklicherweise wieder einen sehr erfolgreichen FISM-Kongresss. Gastgeber waren die Schweizer Zauberkünstler in Lau­sanne (6. bis 10. Juli). Hier trafen sich 1.900 Begeisterte. Der größte Nach­teil auf diesem Kongress war die nicht ausreichende Klimaanlage. In dem Kon­gress­gebäude war es teilweise nicht zum Aushalten.

Zu den 53 aufgeführten Händlern kamen noch rund 10 nicht angemeldete. Das Pro­gramm­heft listete 148 Wettbewerbsteil­neh­mer, von denen zum ersten Mal in der FISM-Ge­schichte ein Nicht-Europäer den Grand Prix gewann: Lance Burton.

1985

Der 16. FISM-Kongreß fand in 1985 Madrid vom 8. bis 13. Juli statt. Viele, die an ihn denken, erinnern sich schnell an den einzigartigen „Gesellschafts­abend“, der in einer großen Stierkampf­arena stattfand. Wer mit den Kellnern richtig umzugehen wusste, musste an diesem Abend weder verhungern noch verdursten. Die „Verpflegung“ schien unerschöpflich. Ansonsten bot der Kon­gress den rund 1.400 Teilnehmern nur eine mä­ßige Veranstaltung. Lediglich ein Glanzpunkt wird wohl unvergessen bleiben: Otto Wesselys Auftritt: Nachdem sich der Vorhang geöffnet hat, erschien Richard Ross, er streute Rosen­blätter auf die Bühne und ging ab. Kurz danach kam Lance Burton, auch er streute solche Blät­ter und ging ab. Nach wenigen Sekunden er­schien Dai Vernon, der „Professor“, und streute ebenfalls Rosenblätter .... dann kam Otto: das Haus tobte. Den Grand Prix gewann der spanische Künst­ler Javier mit seiner kleinen Tochter Ana. In der Magie stand zu einem Programmpunkt Folgendes zu lesen: „Max Maven (USA) ein Mentalist, weckte uns für 10 Minuten mit zwei Kartenexperimenten ...“ [16]

1988

Den Haag 1988 und der 17. FISM-Kongres vom 18. bis 23. Juli. Er war einer der gelungensten in dieser Reihe. Unter der Regie des damaligen Präsidenten Eric Eswin wurde zum ersten Mal die 2000er Marke von Besuchern erreicht. Das Kongress­ge­bäude war ideal und trug mit einer guten Or­ga­nisation zu einem perfekten Erlebnis bei. Inzwischen konnte die Föderation 45 Mit­glieds­länder verzeichnen. Die Händler­messe bot fast 70 Anbietern Platz. Zum zweiten Mal in der FISM-Geschichte gewann ein Amerikaner den Grand Prix, und den zum ersten Mal nicht in einer Bühnenkategorie, sondern für seine Close-up-Darbietung: Johnny Ace Palmer.

Die 4. Epoche: 1991 bis 2000

1991

Der 18. FISM-Kongress sollte eigentlich 1991 in Italien stattfinden. Hier war der bekannte Zauberkünstler Alberto Sitta als Präsident vorgeschlagen. Als er jedoch plötzlich starb, trauten sich die italienischen Zauberer nicht mehr, den Kon­gress auszutragen. In aller Eile wurde ein neuer Ort gesucht. Man einigte sich schließ­­lich abermals auf die Schweiz. Es stand zwar auch Den Haag wieder zur Auswahl, aber man wollte dann doch nicht zwei FISM-Kon­gresse hintereinander in der selben Stadt austragen lassen. Was einige befürchteten, trat auch tatsächlich ein: Man erinnerte sich an 1982 und daran, dass damals die Klimaanlage für die Räumlichkeiten nicht ausreichte. So war es auch 1991 (8. bis 13. Juli), allerdings erfuhr man bald, dass diesmal die Klimaanlage überhaupt nicht eingeschaltet wurde, um Kosten zu sparen. Dies regte zu einem Artikel mit der Frage an: Was haben die mit unserem Geld gemacht? [17]Man sprach zwar von etwas über 2.000 Besuchern, aber eine Liste, die am letzten Tag ausgehängt wurde, wies „nur“ 1.573 Teilnehmer auf. Den Grand Prix gewann Vladimir Danilin.

1994
Franklin

Ein weiteres FISM-Novum ereignete sich 1994, anlässlich des 19. Kongresses (25. bis 30. Juli).

Zum ersten Mal wurde der Weltkongress nicht in Europa, sondern in Asien ausgetragen, im Kongressgebäude von Yokohama.

Obwohl die offiziellen FISM-Sprachen ein­deutig festgelegt worden waren (Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch) erschien das japanische Pro­gramm­heft zum größten Teil in der Landes­sprache mit wenigen englischen Übersetzungen.

Von den rund 1.200 Kongressbesuchern war maximal nur ein Drittel Nicht-Japaner, was sich auch bei den über 100 Wett­be­werbs­num­mern deutlich zeigte. Hier traten viele japanische Dar­bietungen in Er­schei­nung, die kaum über ein Anfängerstadium herausragten. Den Grand Prix gewann der Deutsche Franklin.

1997
Juliana Chen

Zum 20. Weltkongress nach Dresden kamen vom 7. bis 12. Juli 1997 über 2.000 Besucher aus aller Welt und trugen dazu bei, dass dieser Kongreß zu einem der besten wurde. Er trug in vielen Punkten die gleichen Qualitäten wie der von 1988 in Den Haag. Die Organisation war wiederum gelungen und man konnte die Zauberkunst genießen. Zu den über 100 Händlern kamen über 100 Wettbewerbs­teil­nehmer. Den Grand Prix gewann der Russische Zauberkünstler Ivan Necheporenko. Zum ersten Mal in der FISM-Geschichte erhielt eine Frau den 1. Preis in der Sparte Manipulation: Juliana Chen.

2000
Scott the Magicien & Muriel

Vom 3. bis zum 8. Juli 2000 fand der 21. Weltkongreß in Lissabon statt. Es war der letzte unter der Federführung von Maurice Pierre, der seinen Posten als General­se­kretär an Eric Eswin abgab. 2.100 zauberbegeisterte trafen sich im „Cen­tro Cultural de Belém“. Rund 80 Händler auf einem verhältnismäßig kleinen Raum ran­gen um die Gunst der Kunden, und etwas über 100 Wettbewerbsteilnehmer stellten sich der Jury. Den Grand Prix gewann zum ersten Mal eine Comedy-Darbietung: Scott the Magician & Muriel.

Die 5. Epoche: ab 2003

2003

Wieder einmal war Holland Gastgeber eines FISM-Kongresses, Den Haag, 21. bis 26. Juli 2003. 2250 Personen waren zum 22. FISM-Kongress angemeldet und 90 Zauberhändler. Highlights waren Frank Wilson, der mit seiner Elektroorgel äußerst unterhaltsam die Wartezeiten während der Wettbewerbe überbrückte. Er wurde regelerecht ein Star auf diesem Kongress und wurde später auch von weiteren FISM-Kongressen verpflichtet.
Zum ersten Mal wurde "Magic Sports" gezeigt. Eine Präsentationsform, die auf Improvisation begründet ist.

Zum ersten Mal in der Geschichte von FISM – und für weitere ebenso – wurden nun zwei Grand Prix-Sieger gekürt: einmal für den Bereich Bühne und einmal für den Bereich Close-up. Den Bühnen-Grand-Prix gewann der Franzose Norbert Ferré, den Close-up-Preis der US-amerikanische Zauberkünstler Jason Latimer.

Die Kongressleitung und -organisation lag in den Händen von Hilbert Geerling.

Parallel zum Kongress präsentierte das Museum Museon eine Zauberausstellung aus der Sammlung Wittus Witt: Zauberkästen und -plakate.

2006

Vom 31. Juli bis zum 5. August fand der 23. FISM-Kongress in Stockholm, Schweden statt. Da der Saal nur rund 2000 Personen fasste, aber laut Veranstalter rund 2500 angemeldete Teilnehmer anwesend waren, wurden einige Veranstaltungspunkte auf große Leinwände in weiteren Räumen übertragen.
Neben der Erneuerung der Vergabe des Grand-Prix-Titels wurde auf diesem Kongress eine weitere Erneuerung unter der Leitung von Eric Eswin eingeführt: Zwei verschiedene Jurys beurteilen jeweils die Bühnen und die Close-up-Wettbewerbe. Bislang wurden beide Bereiche von ein und derselben Jury abgedeckt. Auch wurde zum ersten Mal das Auswahlverfahren, um den Grand-Prix-Sieger zu bestimmen, geändert: Alle Künstler mit den höchsten Punktzahlen in ihren Sparten traten noch einmal in einer Schluss-Vorstellung an.Erst danach wurden die Sieger bestimmt.
Ein weiteres Novum war die Vergabe von drei Sonderpreisen, die nicht an FISM-Wettbewerbe gebunden sind. Eine unabhängige, von Max Maven bestimmte Jury wählte drei zu ehrende Zauberkünstler, die sich besonders in den drei Bereichen Theorie, Erfindung und Kreativität hervorgetan haben.
Eine weiter Erneuerung, die Eric Eswin anstrebte war das Wegfallen der Kategorie "Comedy". "Dann müsste es ja auch ein Kategorie Tragik geben," war sein Kommentar dazu. Dass diese Entscheidung falsch war belegten die späteren FISM-Kongresse, bei denen die Sparte Comedy wieder aufgenommen wurde. [18] Den Grand-Prix erhielten Pilou (Bühne) und Rick Merrill (Close-up)

2009

Der 24. FISM-Kongress fand vom 26. bis 31. Juli 2009 in Peking, China, statt. Zum ersten Mal wurde ein FISM-Kongress mit erheblichen Mitteln eines Staates organisiert. Die Kongressgebühren waren im Vergleich zu den vorherigen Kongressen günstig. Man versuchte so viele Zauberkünstler wie möglich nach Peking zu holen. Dennoch waren nur rund 2500 Teilnehmer verzeichnet mit 98 Wetttbewerbsteilnehmern. Markus Zink in der Zeitschrift Magische Welt, Heft 4, 2009: Dieser FISM-Kongress bot keine theoretische Diskussionen, keine Interviews, keine historischen Exkurse, keine Soloprogramme, keine theatralen Atmosphären, dafür eben Headmoover und Konfettikanonen, buntes Allerlei um 10-Minuten Takt." [19]

Grand-Prix-Sieger wurden Shawn Farquhar (Close-up) und Soma (Bühne).

2012

2300 Teilnehmen sollen sich vom 9. bis 14. Juli 2012 in Blackpool, England, zum 25. FISM-Kongress eingefunden haben. Ausgetragen wurde dieser Kongress von den Zauberkünstlern in Blackpool unter der Leitung von Derek Lever, der sich am Ende einige Schelte zu seiner Organisation gefallen lasste musste. Seit Jahren organisiert Lever jedes Jahr den großen Blackpool Zauberkongress, zu dem – so wird immer wieder behauptet – rund 3000 Zauberkünstler aus aller Welt angereist kommen. Das Konzept von Derek Lever bei diesen Kongressen liegt vornehmlich auf dem Aspekt "preiswert und Masse". So war auch der FISM-Kongress 2012 organisiert. Der Autor Andreas Sucker kommentierte den FISM-Kongress in Blackpool in der Magischen Welt mit "brillant und gruselig". [20]

Die Grand-Prix Sieger waren Yu Ho Jin (Bühne) und Yann Frisch (Close-up).

2015

Vom 6. bis 11. Juli wurde der 26. FISM-Kongress in Rimini, Italien ausgetragen. Er war der erste Weltkongress, der in erster Linie über das Internet Werbung betrieben hat. Ab September 2014 wurde dazu ein mehsprachiger Blog eingerichtet. Mindestens einmal im Monat wurden Ankündigungen per Video-Clips von den engagierten Künstlern per E-Mail versendet.

Laut Veranstalter kamen rund 2 850 Teilnehmer nach Rimini, die an fünf Tagen Bühnen- und Close-up-Wettbewerbe verfolgten und an Seminaren und Vorträgen teilnehmen konnten.

Das Programmheft führt 102 Zauberhändler auf.

Besonderes Aufsehen erregte der spanische Zauberkünstler Juan Mayoral, der, als er im Wettbewerb angekündigt worden war, auf die Bühne kam und seinen Auftritt absagte, da er seine Darbietung nicht für das Fernsehstudio konzipiert habe. In der Tat wurden alle Darbietung von einem italienischen Fernsehteam verfolgt, dazu wurden Proben früh morgens und spät nachts angesetzt.

Ein Highlight war die „Weiße Nacht“. Ein Gala-Dinner im Freien, zu dem die Gäste gebeten wurden, sich in Weiß zu kleiden.

Zum ersten Mal auf einem FISM-Kongress wurden zu den One-Man-Shows auch "Kulturelle Momente" mit Vorträgen zur Geschichte der Zauberkunst abgehalten.[21]

Von Aldo Ghiurmino erschien das erste umfassende Buch über die gesamte Geschichte der FISM.[22]

Den Grand-Prix in der Sparte „Bühnenzauberkunst“ gewann der Spanier Héctor Mancha, für den Close-up-Bereich der Schweizer Pierric.

Literatur zu FISM

Weblinks

Nachweise

  1. Domenico Dante im Programmheft FiSM Rimin, 2015, Seite 7
  2. Magische Post, Folge 11/12, Dezember 1947
  3. Genii, Vol. 13, No. 2, Oktober 1948 und The Sphinx, Vol. 47, No. 8, Oktober 1948
  4. Magie, 29. Jahrgang, Heft 3, Oktober 1949
  5. The Sphinx, Vol. 49, No. 8, S. 175
  6. Magie, 30. Jahrg. Heft 11, November 1950
  7. Magie, Heft 10, 1951, Seite 198
  8. Genii, Vol. 60, No. 6, April 1997
  9. Magie, 31. Jahrg., Heft 11, November 1951
  10. Magisches Magazin, 5. Jahrg. Heft 7, Oktober 1955
  11. Magie, Heft 8, 1955, S. 228
  12. Magisches Magazin, 8. Jahrg. Heft 3, Oktober 1958
  13. Magie, 41. Jahrg., Heft 10, Oktober 1961
  14. Magie, 50. Jahrg. Heft 8/9, Aug./Sept. 1970
  15. Magie, 59. Jahrg. Heft 7/8, Juli/Aug. 1979
  16. Magie, 65. Jahrg. Heft 8, August 1985
  17. A-B-C of FISM, No. 2, 1991
  18. Bericht in der Fachzeitschrift Magische Welt, Heft 4, 2006
  19. Magische Welt, Heft 4, 2009, Seite 179
  20. Magische Welt, Heft 4, 2012, Seite 144
  21. Programmheft FISMItaliy2015, 144 Seiten
  22. FISM – The Book, 304 Seiten, in Englischer Sprache, Herausgegeben von Denis Moroso, W. Meister & Co Editori, 2015